Gabelbaum

Windsurf Gabelbäume

Gabelbaum-Angebot bei Surfshop Windstärke 7

Egal ob Monocoque, Carbon, Alu, V-Grip, RDG - bei uns findest du zahlreiche Gabelbaum-Marken und Booms in verschiedenen Ausführungen.

 

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Der große Ratgeber rund um den Windsurf Gabelbaum

Wir haben Tipps, Tricks und Empfehlungen für Ein- und Aufsteiger kompakt zusammengestellt. Wenn noch Fragen offen bleiben, bieten wir auch gerne eine individuelle Beratung an. Auf geht's mit der ersten Frage:

1 Carbon oder Alu? Materialwahl für den Gabelbaum

Gabelbaum-Kaufentscheidung: Carbon oder Alu?Die Auseinandersetzung mit dieser elementaren Frage reduziert sich häufig auf das Budget. So trivial ist sie allerdings nicht, denn die in Gabelbaum-Holmen verwendeten Materialien punkten in unterschiedlichen Disziplinen. Damit du eine sinnvolle Kaufentscheidung treffen kannst, gibt dir dieser Artikel eine Übersicht über alle Benefits und Schwächen:

Der Preisvergleich

Preislich punkten gerade die günstigen T6 Alu Gabelbäume mit Kosten ab 80,- EUR. Booms aus dem steiferen hochfesten T8 Aluminium liegen preislich je nach Hersteller zwischen 100,- und 260,- EUR. Als Königsklasse unter den Alu-Arten gilt das 7075 Aluminium, das nochmal deutlich steifer und leichter ist und für das man zw schen 180 und 350,- EUR auf den Ladentisch legen muss. Carbon-Booms starten in der günstigen Preisklasse um die 400,- EUR und können durchaus auch mal 1.400,- EUR kosten. Deine Geldbörse wird dir also zu einer Alu-Gabel raten. Doch wie gesagt, das ist nicht alles...

Die Steifigkeit

Frage vorab: Warum soll das wichtig sein? Nun, das liegt daran, dass die Steifigkeit einen heftigen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit deines Riggs hat: Je steifer der Boom, desto geringer der negative Einfluss auf das Segelprofil. Stell dir einen ganz weichen Boom vor, dessen Holm sich unter voller Zuglast um 5 cm nach außen biegt - was passiert dann mit einem Segel-Druckpunkt? Genau, er wandert, und dein Segel bringt dir weniger Vortrieb und fühlt sich vielleicht kopflastig an. Besonders in Overpower-Bedingungen ist ein steifer Gabelbaum ein wichtiger Faktor für Top-End-Kontrolle und für eine direktere Steuerung. Auch beim Anpumpen des Segels verschwendest du viel Energie, die nicht im Segeltuch, sondern in der Biegung des Gabelbaums landet. Steifigkeit ist also keine Luxus-Eigenschaft für Surfer mit zu viel Geld, sondern ein Rigg-Tuning-Faktor, den auch Einsteiger schon real fühlen. Unter den angesprochenen Booms ist der Carbon-Boom der steifste, gefolgt von 7075 Aluminium. Ein nicht so geheimer Geheimtipp für einen steifen Boom: Ihn nicht bis zur maximalen Länge ausziehen. Dadurch reduziert sich die Steifigkeit Messungen zufolge zwischen 15 und 20 %.

Das Gewicht

Je leichter das Material, desto leichter bringst du es in Fahrt. Denn beachte: Es ist nicht nur das Gewicht, das du in der Hand hältst, sondern auch das, was du fortbewegen musst. Daher erzielst du mit einem insgesamt leichteren Rigg eine schnellere Beschleunigung, kommst früher ins Gleiten und erreichst auch höhere Endgeschwindigkeiten. Zudem ist das Handling einfacher. Die Gewichtsunterschiede zwischen Alu und Carbon sind allerdings nicht besonders groß, so dass dieses Kaufkriterium eher für den Profi-Bereich entscheidend ist.

Die Haltbarkeit

Carbon als Kunststoff hat in Kontakt mit (Salz-)wasser einen entscheidenden Vorteil gegenüber Alu: Es gibt quasi keine Oxidation. Während insbesondere schlecht eloxierte Aluminium Booms mit der Zeit anlaufen und im Extremfall an den Reibungsstellen des Endstücks weißlich-grüne Krusten bilden, bleibt dein Carbon Boom makellos. Es sei denn, es gerät Sand in die Mechanik. Du kennst das: Der oxidierte Alu-Boom lässt sich nur noch schlecht verstellen und knirscht hässlich. Das ist der Punkt, an dem er erstens keinen Spaß mehr macht, und zweitens riskierst du dadurch Materialschwächen und Sollbruchstellen. Gerade an geschraubten oder genieteten Kopfstücken sind kann der Holm ausreißen. Das passiert dir bei einem Carbon-Boom quasi nie. Hinzu kommt ein Stabilitätsnachteil von Alubooms, der in der Bauweise begründet ist: Aluminium-Holme werden aus geraden Rohren in Form gebogen. Schon im Neuzustand ist dein Gabelbaum also schon einer extremen Materialbelastung ausgesetzt gewesen. Hier reicht möglicherweise schon ein unglücklicher Schleudersturz, um den Holm weiter zu biegen oder um kleine Haarrisse im Alu entstehen zu lassen, die dann mit der Zeit zu Materialversagen führen. Allerdings kannst du dem Alu Boom zu Gute halten, dass sich ein Materialversagen häufig schon optisch ankündigt, während der Carbon-Boom nach ein paar Jahren (oder Jahrzehnten?) einfach ohne jede Vorwarnung bricht. Dennoch: In punkto Haltbarkeit müssen wir den Punkt also ganz klar an die Carbon-Variante vergeben.

Fazit: Für wen Alu, für wen Carbon?

Für Hobbysurfer mit kleinen Segeln ohne Camber, die nur bei leichtem Wind unterwegs sind und nicht viel wiegen, kann ein T6 Alu Boom daher grundsätzlich ein sinnvoller Kauf sein. Daher findest du diese günstige Art auch in vielen Kinderriggs. Wenn du allerdings etwas ambitionierter bist und auch mal bei Freeride-Bedingungen aufs Wasser gehst und mal schön anpumpen möchtest, solltest du mindestens zu T8 Alu greifen und dann aber in Ufernähe bleiben. Für schwere Surfer mit großen Cambersegeln, aber auch für Profi-Wave-Windsurfer deren Gabelbäume auch mal einen Schlag wegstecken müssen ist wohl eine Carbon-Gabel angesagt.  

2 Holmdurchmesser von Windsurf Booms

Bequem zu greifen, aber trotzdem stabil und steif soll dein Holm sein - aber hier musst du Prioritäten setzen! Zwar gleichen die Hersteller den Verlust an Steifigkeit und Stabilität eines dünneren Holms mit Tricks aus, zum Beispiel einer größeren Wandstärke oder einer Doppelwandigkeit wie in der V-Grip-Technik, aber trotzdem gilt verständlicherweise: Je dünner, desto bequemer zu greifen und desto besser das Handling, aber auch desto empfindlicher. Gerade schwere Windsurfer oder solche, deren Booms in Race- und Freerace-Bedingungen großen Belastungen ausgesetzt sind, sollten daher nach Möglichkeit auf einen reduzierten Holmdurchmesser verzichten. 26 mm sind dann eher für Freestyler, Damen und Jugendliche geeignet. Der "Otto-Normal-Surfer" wählt einen Durchmesser von 29 mm. Wenn du auf "Nummer Sicher" gehen willst: Gerade in den größeren Größen findest du auch heute noch Holme mit 32 mm Durchmesser. Mit Gabelbäumen, die nur im Griffbereich dünner sind, hast du einen guten Kompromiss: Den Greif-Komfort eines 26 mm Booms mit einer Steifigkeit, die nahe an die eines 29 mm Booms heran kommt. Diese Konstruktion wird je nach Hersteller als "RDG" (Reduced Diameter Grip) oder "Tapered" bezeichnet. Alle Alu Booms mit einem Durchmesser unter 29 mm empfehle ich dir nur uneingeschränkt, wenn du weniger als 75 kg auf die Wage bringst. Und wenn du nun auf die Idee kommst, für einen Gabelbaum mit geringerem Holmdurchmesser müsse man wegen weniger Material weniger zahlen, dann liegst du daneben, denn

  • ein geringerer Holm stellt größere Ansprüche an Stabilität, daher wird häufig das bessere Aluminium verwendet und die Produktion aufwändiger gestaltet
  • ein 26mm Holmdurchmesser wird weniger nachgefragt und ist daher durch geringere Stückzahlen bei der Produktion teurer
  • ein Gabelbaum mit 26 mm Holmdurchmesser hat häufig zum Erhalt der Stiffness eine dickere Wandstärke. Insofern ist das Gewicht eines dünnen Booms auch nur unwesentlich geringer.

Eigentlich ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, aber ich halte es auch für sehr wichtig: Achte immer darauf, dass die Holme ausgeschäumt sind. Das verhindert das massenhafte Eindringen von Wasser und hält dein Rigg auch beim Wasserstart noch leicht! Wichtige Info: Der Holmdurchmesser wird in der Regel als Außendurchmesser ohne Belag / Grip angegeben, also nur der Durchmesser des nackten Holms.  

3 Der Gabelbaum-Belag / Grip

Für einen besseren "Grip" und einem besseren Fahrgefühl, aber auch aus Gründen des Kälteschutzes, der bei Aluminium-Gabelbäumen eine Rolle spielt, sind die Holme des Gabelbaums mit einer Schicht Ethylenvinylacetat (kurz EVA) beklebt. Zudem bietet dieser Belag Halt für Trapeztampen, die man am Gabelbaum befestigt, um sich mittels eines Trapez mit dem gesamten Körpergewicht in das Segel legen zu können. Mittlerweile hat eine härtere EVA-Variante mit einer höheren Schaumdichte den Soft-Belag bei den meisten Gabelbaum-Herstellern abgelöst, weil diese gegen Beschädigungen und Ablösung beständiger ist. Beim Grip gibt es nach meiner Ansicht kein "richtig oder falsch", sondern nur den persönlichen Geschmack:

  • Ein weicherer Belag ist komfortabler zu greifen, ein härterer ist robuster.
  • Ein gelöcherter Belag bietet mehr Grip, bietet aber auch mehr Angriffsfläche für Beschädigungen und Abschürfungen.
  • Ein bedruckter Grip ist glatt und bietet wenig Angriffsfläche, ein Grip mit Intarsien oder mit Bestickungen wirkt wertiger.

Mir fällt es schwer, hierzu konkrete Empfehlungen abzugeben, da dieser Bereich zu subjektiv ist.  

4 Wave, Freestyle, Freeride, Race: Die Aufbiegung der Holme

So viele Typen, die aber doch alle recht ähnlich aussehen - wie soll man sich da entscheiden? Hier kommt die Antwort für dich: Im Kern geht es um die Outline deines Gabelbaums, also wie stark ist die Holmbiegung und wie weit stehen die Holme an welcher Stelle auseinander. Grundsätzlich bietet dir ein schmaler Boom diese Vorteile:

  • Einfacheres Handling bei Manövern, weil der Boom nicht so ausladend ist und die Bewegungsabläufe enger geführt werden können.
  • Mehr Platz zwischen dir und dem Gabelbaum, um dich auszubalancieren. Das kommt dir besonders bei Manövern, Halsen, Jumps oder beim Freestylen zu Gute.
  • Kompaktere Maße.
  • Eine direktere Segelsteuerung.

Das hört sich so an, als könnte ein Gabelbaum gar nicht schmal genug sein, oder? Die Schattenseite des Ganzen ist allerdings, dass Freeride Segel mehr Profil haben, und Freerace-Segel, ggf. mit Cambern, noch mehr. Das bedeutet, dass sie sich weiter nach außen wölben. Der Boom muss für diese Segeltypen so breit geschnitten sein, dass das Segel nicht am Holm anliegt. Dies würde das Segelprofil stören, den Druckpunkt verändern und die Fahreigenschaften negativ beeinflussen. Daher musst du zu breiteren Booms greifen, je tiefer das Segelprofil ist. Ein wenig richtet sich der Holmabstand aber auch nach der Größe bzw. dem Verstellbereich, denn ein Freerace-Boom mit 130 cm Länge macht beispielsweise ebenso wenig Sinn wie ein Wave Boom mit 250 cm Länge. Wir unterscheiden:

  • Wave-Gabelbäume mit einem Holmabstand von etwa 45-55 cm
  • Freeride-Gabelbäume mit einem Holmabstand von etwa 50-65 cm
  • Race Booms mit einem Holmabstand von etwa 65-80 cm

Die Unterschiede zwischen den Typen sind fließend und geben nur Tendenzen wider. Was bedeuten diese Infos für dich und deine Anschaffung? Suche dir einen Boom aus, der deinem Segeltypen (oder möglichst vielen Segeltypen die du besitzt) entspricht. Wenn du eine Gabel für mehrere Segel anschaffen möchtest, orientiere dich jeweils an deinem Segel mit dem tiefsten Profil.  

5 Axiales Kopfstück

Auch "articulating boom head" oder "axial verstellbares Kopfstück" genannt. Darunter verbirgt sich eine Mastaufnahme, die mit einem vertikalen Gelenk ausgestattet ist, so dass sich die Holme etwas nach oben oder unten neigen können. Diese Beweglichkeit reduziert die Hebelkräfte an der belastetsten Stelle, nämlich an der Verbindung zwischen Gabelbaum und Mast.  

6 Knopf, Clip, Ring: Die Längenverstellung

Solide, bequem und sicher soll sie sein: Das Längenverstellsystem. Nicht bewährt hat sich die Druckknopf-Variante (Push Pin System) aus den 80er und 90er Jahren, bei denen man mit nassen kalten Fingern Druckknöpfe in den Löchern des Booms drücken musste und sich dann beim gleichzeitigen Ziehen des Endstücks die Hornhaut wegriss. Ebenso vom Markt verschwunden, da zu unzuverlässig: Das Endstück mit den gerillten Holmen, über das man eine Schraubmanschette dreht. Dieses System hat sich auf Dauer als nicht rutschsicher herausgestellt. Glücklicherweise kannst du heute zu komfortableren Systeme greifen, z.B.:

  • Das Pin Lever System: Du ziehst einen kleinen Plastikhebel hoch, an dem ein Metall-Pin befestigt ist, der Holme und Endstück in Position hält.
  • Das Single Pin System: Du drückst eine Plastik-Halbmanschette vom Holm herunter, an dem ein Metall-Pin befestigt ist, der Holme und Endstück in Position hält
  • Das Double Pin System: Entspricht dem Single Pin System, aber zur doppelten Absicherung mit zwei Pins

 

7 Pflege- und Sicherheitstipps

Wenn dein Boom auf den Wasser reißt oder bricht, hast du ein Problem! Aber auch eine schwergängige Längenverstellbarkeit ist schon lästig. Salz- oder Kalkablagerungen an den Holm-Innenseiten bzw. am Endstück können die Längenverstellung des Gabelbaums erschweren. Dies kann bis zu einem völligen Blockieren der Längenverstellung führen. Gegen Sand in den Holmen und an den Schließmechanismen ist jedoch auch die Carbon-Variante nicht gefeit. Hier kann man lediglich vorbeugend tätig werden. Als Pflegeempfehlung für jeden Gabelbaum empfiehlt sich Folgendes:

  • insbesondere das Endstück nach Möglichkeit sandfrei halten
  • den Gabelbaum nach dem Abriggen mit Süßwasser abspülen
  • bei Schwergängigkeit des Gabelbaums die betroffenen Stellen nicht fetten oder ölen, sondern mit ölfreien Produkten wie Teflon, Graphit- oder Silikonprodukten schmieren
  • bei geschraubten Gabelbäumen die Schrauben ab und an kontrollieren und ggf. nachziehen - nichts schadet der Steifigkeit des Booms mehr als lockere Schrauben
  • sich lösenden EVA Grip frühzeitig wieder ankleben oder aber sauber abzuschneiden, um ein weiteres Ablösen zu vermeiden
  • den Gabelbaum beim Transport nicht ohne weiteres auf das Autodach spannen, weil der große Druck des Spanngurts die Holme verbiegen kann (insbesondere auch, wenn er auf ein Surfboard gespannt wird, das ja gebogen ist
  • den Boom vor jeder Verwendung auf sichtbare Schäden, Beeinträchtigungen, Oxidationsstellen, lose Schrauben, blockierte Mechanik u.a. prüfen!

 

8 V-Grip, RDG & Co - Was bringt's?

Gabelbaum-Holme und FormenBei diesen kryptischen Abkürzungen geht es um die Beschaffenheit des Gabelbaum-Holms: Unter RDG versteht man, wie bereits weiter oben beschrieben, eine Holm-Konstruktion, bei der der Holmdurchmesser im Greif-Bereich reduziert ist. Das erhöht gerade an den kalten Tagen mit steifen Fingern die Griffigkeit und die Ergonomie, und es entlastet die Finger dank eines besseren Hebels. In dem Holm-Bereich, den du nicht greifst, profitierst du von der Steifigkeit eines dickeren Holm. RDG (Reduced Diameter Grip) ist also eine pfiffige Erfindung, die die Vorteile eines dünnen und eines dickeren Holmdurchmessers vereint. Aber auch der V-Grip ist eine Innovation, die es in sich hat: Bei dieser Konstruktionstechnik ist der Holm doppelwandig, was an sich schon eine Erhöhung von Steifigkeit und Stabilität bringt. Der Clou ist allerdings, dass die äußere Wand V-förmig (oder besser gesagt: Eier-förmig) ist: Physikalisch gesehen erhöht das die Integrität, und gleichzeitig kannst du den Holm an der zum Segel gewandten schmaleren Seite (die Eier-Spitze) deutlich leichter greifen. Diese zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige Holm-Form vereint eine erhöhte Ergonomie mit einer erhöhten Steifigkeit. So kann es ein 29 mm V-Grip Boom in Sachen Steifigkeit schon fast mit einem Carbon-Boom aufnehmen, und ein durchgehender 26 mm V-Grip Gabelbaum ist ähnlich steif wie ein herkömmlicher 29 mm Boom.  

9 Welcher Boom an welchen Mast? RDM- und SDM-Tauglichkeit

Hier lohnt es sich für dich, ganz genau hinzuschauen und im Zweifelsfall nochmal nachzufragen. Denn nicht jeden Gabelbaum kannst du sowohl an SDM als auch an RDM Masten anschlagen. Es gibt nach wie vor traditionelle Windsurf-Hersteller, aus deren Sicht es dünne Masten nicht gibt. Sie produzieren nur für SDM-Masten. Wenn du diese Booms mit einem Skinny Masten verwenden willst, brauchst du einen RDM Adapter, den du zur Durchmesser-Erweiterung auf den Masten schiebst. Andere Brands setzen auf einen abnehmbaren RDM Adapter, der in die Mastaufnahme des Kopfstücks eingesetzt werden kann. Es gibt aber auch eine Form, die ohne Adapter und ohne jede Umrüstung mit RDM und SDM Masten funktioniert. Diese sind dann aber für SDM-Masten eine Kompromisslösung, da sie nicht rundum anliegen, sondern nur an drei Punkten. Funktioniert, ist aber weniger stabil. Was bedeutet das für deine Wahl? Mach dir vor dem Kauf bewusst, mit welchen Masten du deinen Boom verwenden möchtest und sorge mittels einem der Systeme für eine Kompatibilität.  

10 Die richtige Länge und der passende Verstellbereich

Als Verstellbereich bezeichnet man die Spanne, zwischen der man seinen Gabelbaum verlängern bzw. verkürzen kann. Dies ist nötig, um ein Segel optimal trimmen zu können. Mit einem zu kurzen Boom hat dein Segel vermutlich zu viel Profil, so dass Druckpunkstabilität, die Rotation der Latten und Angleiteigenschaften unter Umständen beeinträchtigt werden. Ein unnötig langer Gabelbaum erschwert das Handling. Worauf ist beim Verstellbereich eines Gabelbaums zu achten? Nun, im Prinzip ermöglicht ein großer Verstellbereich eine große Flexibilität, da man mit einem Gabelbaum eine große Segelspanne abdecken kann. Jedoch ist zu bedenken, dass sich bei einem weit ausgezogenen Gabelbaum-Endstück auch die Steifigkeit und die Stabilität reduzieren, und dass ein großer Verstellbereich auch immer ein langes Endstück und damit großes Gewicht bedeutet. Was bedeutet das für deine Auswahl? Das Portemonnaie und der Platz im Auto oder in der Dachbox entscheidet, wie viele Gabelbäume du dir zulegen willst: Den perfekten Boom für jedes Segel oder einen Kompromiss-Boom für alle deine Segel...  

11 Breites oder schmales Endstück

Schmales oder breites Gabelbaum-Endstück?Wide oder Narrow Tail? Die Antwort auf diese Frage hängt wie so vieles anderes von der Profiltiefe deines Segels ab. Ein Camber-Segel braucht mit seinem bauchigen Profil insbesondere bei wenig Wind viel Platz zwischen den Gabelbaum-Holmen. Daher stellt ein breites Endstück sicher, dass das Segelprofil auch bei geringer Achterliek-Spannung bei Leichtwind nicht gestört wird. Statt zu einem größeren Boom zu greifen, der in der Regel insgesamt breiter geschnitten ist, kannst du auch einen kürzeren (und damit leichteren) Boom mit einem breiten Endstück wählen.  

12 Was zum Teufel heißt "New School", R-Curve und C-Curve?

Schmales oder breites Gabelbaum-Endstück?Woher diese Bezeichnung kommt, kann ich gerade auch nicht erklären. Gemeint ist aber die Windsurf-Disziplin "Freestyle". In so fern kaufst du mit einem New School Boom einen Gabelbaum, der von der Outline her besonders für Freestyle-Zwecke geeignet ist. Konkret heißt das, dass die Holme direkt am Kopfstück breiter auseinander gehen und dann schärfer nach innen biegen. Das verleiht dem Boom eine eckigere, kantigere Outline, die die Handgelenke beim Greifen des Holms durch einen ergonomischeren Winkel entlastet. Dies ermöglicht auch radikalere Moves. Heißt das nun, dass du als Nicht-Freestyler einen großen Bogen um die New School - Biegung machen solltest? Nein! Als Manöver-orientierter Wave Windsurfer oder als Freerider ist diese Outline ebenfalls bequem und durchaus eine Option! Ebenso eine Frage der Outline: Die R-Curve und die C-Curve. Auch bei dieser Frage geht es darum, wie stark aufgebogen das Frontstück in der Nähe der Mastaufnahme ist. R-Shape-Gabelbäume sind besser geeignet für tiefere Segelprofile, jedoch besteht deren Nachteil darin, dass das Handgelenk der vorderen Hand stärker geknickt wird. Die C-Kurve ermöglicht eine natürlichere Handgelenks-Position und macht Manöver und Halsen bequemer. Diese Boom-Form ist also insbesondere für Wave, Freestyle und für flache Freeride-Segel ideal.  

13 Das Endstück: Loop oder Pulley?

Loop-to-Loop oder Pulley Trimmsystem?Hier scheiden sich die Geister: Möchtest du am Schothorn eine saubere Tampenführung ohne Fummeln und Fädeln, oder möchtest du das in Kauf nehmen, um von einem bestmöglichen Flaschenzug-Effekt und mühelosem Trimmen zu profitieren? Im ersteren Fall setzt du auf das Loop-over bzw. Loop & Go bzw. Loop-to-Loop System, bei dem du eine Tampen-Schlaufe nur einmal durch die Öse des Segels und einmal über einen Halter am Timmbeschlag führst - fertig. Bequem und schnell ist das, aber der Nachteil besteht darin, dass du auf Trimmrollen verzichten musst und das Trimmen daher mühsamer sein kann. Im Gegensatz dazu setzt das Pulley-Endstück auf Rollen, die das Trimmen vereinfachen, aber das ständig erneute Fädeln des Tampens unerlässlich machen. Meine Empfehlung: Wave-, Freestyle- und Freemove/Crossover Surfer nehmen der Einfachheit halber das Loop-System. Für Freeracer und Race Windsurfer, die in der Regel auf stärkere Trimmkräfte angewiesen sind, macht das Pulley-System Sinn.  

14 Was heißt "Monocoque"?

"La coque" ist französisch für Rumpf, Gehäuse, Schale, und "Mono" ist griechisch für "eins". Daraus ergibt sich die Erklärung des Begriffs: Das Frontstück (= Kopfstück und Holme) ist aus einem einzigen Alu-Rohr gebogen. Welche Vor- und Nachteile dies bietet, wird im folgenden Thema deutlich:  

15 Verarbeitungstechnik: Genietet, geschraubt, geklebt oder Monocoque?

Unterschiede in der Bauweise von Gabelbäumen sind produktionstechnisch bedingt. Unterschieden wird:

  • die so genannte Monocoque Bauweise, bei der die beiden Gabelbaum-Teile (Kopfstück und Endstück) je aus einem Stück gegossen wird und damit keine Sollbruchstelle aufweist. Das wirkt sich auf Steifigkeit und Haltbarkeit positiv aus. Nicht zu verwechseln ist diese Bauweise mit den Bezeichnungen "durchgehendes Frontstück": Bei dieser Technik ist im Gegensatz zum Monocoque Gabelbaum nur der Teil, der den Mast aufnimmt, aus einem Stück. Die Holme hingegen sind genietet, geschraubt und / oder geklebt.
  • die Verschraubung, bei der Kopf- und Endstück aus 2 - 3 Teilen bestehen, die miteinander verschraubt werden. Der Vorteil dieser Bauweise liegt in den flexiblen Transportmöglichkeiten der Gabel: Bei Bedarf kann sie vom Windsurfer einfach auseinandergeschraubt und platzsparend transportiert werden.
  • Vernietung: Die Nieten bieten meistens eine bessere Haltbarkeit im Vergleich zu Schrauben, u. a. weil sie auch nicht ausleiern können. Man erspart sich also die kostspielige Monocoque-Produktionstechnik der Gabelbäume, verzichtet aber gleichzeitig auf die Zerlegbarkeit.
  • die Verklebung: Man mag es kaum glauben, aber eine handwerklich gut gemachte Verklebung mit einem hochwertigen Industriekleber kann ähnlich funktional und langlebig sein wie eine Monocoque-Bauweise.

Was bedeutet das für dich? Alles und nichts! Denn ein schlecht gebogener Monocoque Boom kann ebenso schadensanfällig sein wie ein schlecht geklebter Holm. Verlass dich in dieser Frage also auf den Händler deines Vertrauens, lass dich in deinem Surfshop beraten oder konsultiere die einschlägigen Internet-Foren - oder orientiere dich an den Hersteller-Garantien!  

 

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