Finnen-Beratung

Welche Finnensysteme gibt es?

Wie so oft in der Surfbranche haben die verschiedenen Windsurf-Hersteller unterschiedliche Finnen Standards entwickelt, die für eine große Vielfalt auf dem Finnenmarkt sorgen. Es lässt sich wohl kaum sagen, ein Finnenkasten-System wäre besser oder schlechter als ein anderes: Es sind einfach unterschiedliche Systeme, die sich aufgrund von Profilierungswünschen einiger Hersteller, aber auch aufgrund von Lizenz- und Patentfragen nebeneinander entwickelt und etabliert haben.

Die folgende Übersicht zeigt die Abkürzungen für die heute gängigen Finnensysteme.

US-Box = US Box Finne (bei manchen Herstellern auch Euro Box genannt)
PB-Box = Power Box Finnensystem
PT-Box = Trim Box Finne oder auch Powertrimm Box Finnen
DT-Box = Deep Tuttle Box Finnen
TU Box = Tuttle Box Finnen (Schaftform so wie bei Deep Tuttle, aber insgesamt kürzere Einlassung
MT-Box = Mini Tuttle Box Finnen (MT) (kommt häufig bei Twinser Boards für die Seitenfinnen zum Einsatz)
Slot Box (neues lizenzfreies Finnensystem entwickelt von Tabou (Fabien Vollenweider) und Star-Board)

MC-Box = Conic Box (ausgestorben, zuletzt nur noch in alten Tiga Boards verwendet)
TC-Box (ebenfalls ausgestorben)

Bitte klicke auf ein Finnenbox-Symbol, um alle Finnen mit dem System anzuzeigen

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Alle Finnen von Surfshop Windstärke 7 im Überblick

 

Welche Finne ist für mich die richtige?

1. Das Finnenbox-System
Aus den obigen Darstellungen ergibt sich: Welches Finnenbox-System man nun benötigt, ist also eine Frage des Board-Herstellers und des Surfboard-Modells. Als generelle Aussage lässt sich festhalten, dass in Waveboards häufig die US-Box zum Einsatz kommt. Das liegt daran, dass sie von unten befestigt wird und daher auch bei sehr dünnen Board-Hecks verbaut werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Verstellmöglichkeit der Finne in Längsrichtung zum optimalen Feintrimm. Tuttle- und Deep Tuttle Finnen werden im Race-Bereich sehr geschätzt, da sie mit gleich 2 Befestigungsschrauben, die von oben durch das Board gehen, großem Druck standhalten und ein Aushebeln der Finne nicht mehr möglich ist. Das Tuttlebox und Deep Tuttle Box System findet sich daher häufig in Freeride- und Raceboards Boards wieder. Die am häufigsten verwendete Box ist die Powerbox, die mit einer einzigen Befestigungsschraube ein komfortables und einfach zu handhabendes Finnensystem bietet. Die Trimmbox hat wohl ihre Hochzeiten hinter sich: Der Verbreitungsgrad dieser Finnenbox hat sich stark minimiert. Auf dem Vormarsch ist in der Windsurf-Finnen-Landschaft die so genannte Slotbox, eine Gemeinschaftsentwicklung von Tabou und Starboard: Das System ist ein offenes, also lizenzfrei von jedem Hersteller nutzbares Finnen-System, das dazu noch deutlich leichter als beispielsweise ein US-Box System: Die nackte US-Box wiegt etwa 300g, die neue Slot Box lediglich 77g. Diese Vorteile könnten möglicherweise die Slot Box zu einem großen Erfolg werden lassen.
Um eine passende Finne zu finden, kann man entweder auf der Webseite des Board-Herstellers an die Information zum Finnensystem kommen, oder aber man vergleicht das Finnenbox-System der Originalfinne mit der obigen Abbildung. Darüber kann man dann zunächst einmal das passende Box-System herausfinden.

2. Einsatzgebiet / Surfrevier
Je nach Surfspot und Revier variieren die optimalen Finnen, mit denen sich die maximale Surf-Performance erreichen lässt. So gibt es am Markt beispielsweise Wave Finnen, Freestyle Finnen, Freestyle-Wave-Finnen, Freemove-Finnen, Freeride-Finnen, Freerace- und Race-Finnen. Diese Finnen unterscheiden sich in Krümmung und Längen. An dieser Stelle wäre eine ausschweifende und auch teils kontroverse Fachdiskussion möglich, aber wir wollen nicht langweilen. Nur das Wichtigste in Kürze: Der gewählte Finnentyp sollte in etwa dem Boardtypen entsprechen. Je größer der Tiefgang, desto besser lässt sich Höhe laufen. Je länger die Anströmkante, desto mehr Schutz vor Spinouts. In manchen Revieren ist jedoch die Wassertiefe so gering, dass man mit regulären Finnen gar nicht surfen kann, ohne mit der Finne auf dem Grund aufzusetzen. In diesem Fall empfiehlt sich eine Seegras-Finne (Seaweed Fin), die ursprünglich zum Einsatz an Surfspots mit starkem Seegras-Bewuchs konzipiert wurde. Diese Seegrasfinne geht unter dem Board schräg nach hinten weg und kombiniert damit eine lange Anströmkante und eine große Oberfläche mit einem recht geringen Tiefgang. Daher wird diese Finnenbauart gerade an Flachwasser-Surfspots wie dem Ijsselmeer, dem Veluwemeer, dem Ringkobing Fjord in Dänemark, in von den Gezeiten betroffenen Gebieten der Nordsee oder auch auf Fehmarn immer beliebter.

3. Gewicht des Surfers
Faustregel: Je schwerer der Surfer, desto länger die Finne.

4. Segelgöße
Dies ist wohl die wichtigste Einflussgröße: Je größer das Segel, desto länger muss auch die Surfboard Finne sein, um sein Surfmaterial noch kontrollieren zu können. Bei zu kleinen Finnen droht die Gefahr des so genannten Spin-Out (unkontrolliertes seitliches Wegdriften des Boards verursacht dadurch, dass die Finne keinen Halt mehr halt). Bei Lessacher kann man die Finne auf Grund des besonderen Designs etwas kürzer wählen, z. B. bei der Lessacher Chamäleon Finne.

Eine Einbeziehung alle Einflussgrößen zur Auswahl von Finnen kann auch per Finnen-Berater erfolgen. Die Ergebnisse der Berechnungen sind aber im Zweifelsfall nochmal auf Plausibilität zu prüfen..

Falls Fragen sind, beraten wir dich gerne zu einer passenden Finne. Schicke und dazu einfach eine eMail samt Angaben zum Finnenbox-System, Revier und Einsatzbereich, ungefähres Surfergewicht und gefahrene Segelgrößen.

Die Finnenpflege und Finnen-Reparatur - Tipps

1. Finnen nach der Surf Session aus dem Board herausschrauben und ggf. mit Süßwasser abspühlen, um Korrosion und Ablagerungen an den Metallteilen zu reduzieren. Am Ende der Saison vor der Einlagerung trocknen
2. Finne in die mitgelieferte EVA Schutzhülle packen, um Kratzer zu vermeiden
3. Anströmkante ggf. mit feinem Schmirgelpapier (300er-600er Körnung) abschleifen, falls die Finne Kratzer hat - das beugt auch Spin-Outs vor. GFK und Carbon Finnen sollten anschließend mit Epoxy-Harz wieder versiegelt werden.
4. Bei dickeren Macken und Kratzern vor dem Schmirgeln mit 2-Komponenten-Kleber die Finneausbessern, aushärten lassen und im Anschluss glattschmirgeln.