Finnen-Beratung

Windsurf FinneDie große Finnen-Schule: Beratung, Empfehlungen Tipps & Tricks rund um die Windsurf-Finne

Du suchst eine passende Finne für dein Windsurf-Board? Dann stehst du vermutlich vor einer der schwierigsten und undurchsichtigsten Fragen im Windsurfen, die aber von großer Bedeutung für Erfolg und Spaß auf dem Wasser ist, denn du möchtest, eine Finne,

  • ​die schnell angleitet,
  • die dir eine gute Board-Kontrolle ermöglicht und Aufkentern verhindert,
  • die eine hohe Laufruhe bietet,
  • die Spinout-sicher ist.
Es macht also durchaus Sinn, sich für die Auswahl der Finne etwas Zeit zu nehmen. Hier findest du die Basics zu Hydrodynamik und zu den wichtigsten Messgrößen zur Finnenwahl. Keine Lust auf Theorie? Dann verwende unseren individuellen interaktiven Finnenberater:

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Welches Finnensysteme habe ich überhaupt?

Bevor es an Bauformen, Material, Shapes und Flächen geht, ist die erste Frage für dich, welchen Finnenkasten dein Surfbrett hat - denn was nützt die perfekte Finne, wenn sie nicht in das Board passt?! Wie so oft in der Surfbranche haben die verschiedenen Windsurf-Hersteller unterschiedliche Standards entwickelt, die für eine große Vielfalt auf dem Markt sorgen. Welches Finnenbox-System man nun benötigt, ist also eine Frage des Board-Herstellers und des Surfboard-Modells.

powerbox windsurf finneDas in Europa am meisten verbreitetete System ist die Powerbox (kurz: PB). Sie ist so beliebt, weil sie einfach ist: Mit nur einer Schraube, die von oben durch das Board geschraubt wird und die mittig in den Finnenschaft geht, ist man schon fertig. In der Regel reicht diese Art der Befestigung in den Einsatzbereichen, wo die seitlichen Kräfte auf die Finne sich im Rahmen halten, also in Einsteiger-, Freemove- und Freeride-Bereich. Der Kasten ist daran zu erkennen. dass es darin ein Loch mittig gibt, das durch das Board geht.
Power Box Finnen anzeigen


Dtuttlebox windsurf finneie Tuttle Box Finne (kurz: TU) wird mit zwei Schrauben die durch das Surfboard gehen befestigt. Damit verteilen sich die auf den Schaft einwirkende Kräfte auf zwei Befestigungspunkte, so dass dieses System widerstandsfähiger ist als die Powerbox. Aus diesem Grund wird sie auch gerade bei breiteren Freerace Boards und den größeren Freeride Windsurfboards gerne verwendet. Der Kasten ist daran zu erkennen. dass also zwei Schraubenlöcher an den Rändern des Finnenkasten vorhanden sind, durch die die Finne von oben durch das Board durch geschraubt werden.
Tuttle Box Finnen anzeigen


Ddeep tuttle box windsurf finneie Deep Tuttle Box (kurz: DT) wird mit zwei Schrauben die durch das Surfboard gehen befestigt. Damit verteilen sich die auf den Schaft einwirkende Kräfte auf zwei Befestigungspunkte, so dass dieses System widerstandsfähiger ist als die Powerbox. Aus diesem Grund wird sie auch gerade bei breiteren Formula und Race Boards gerne verbaut. Aus diesem Grund wird diese Box auch als Race Box bezeichnet. So wie bei der Powerbox gibt es mittig eine Einkerbung im Schaft. Darin, aber auch in der größeren Schafttiefe bzw. eine tiefere Einlassung unterscheidet sich die Deeptuttle Box von der Tuttle Box. Das Besondere: Sie ist kompatibel mit der Tuttle Box, so dass Tuttle Finnen auch immer mit entsprechend längeren Finnenschrauben in einen Deep Tuttle Kasten passen (Deep Tuttle Finnen aber andersherum nicht in einen Tuttle Kasten!).
Deep Tuttle Box Finnen anzeigen


Dieusbox finne US Box wurde in zahlreichen älteren Windsurfboards aus den frühen 90er Jahren verbaut. Hierbei wird ein Nutenstein mit Gewinde von unten in den Finnenkasten eingeführt, dann die Finne an einer Seite ebenfalls eingeschoben und dann mit einer Schraube von unten festgeschraubt. Vorteilhaft ist hierbei die stufenlose Einstellung der Finne: Sie kann in der Box beliebig nach vorne oder hinten platziert werden. Nachteilig ist jedoch, dass die USbox-Finne mit wachsender Finnenlänge nicht mehr so stabil im Kasten sitzt. Heute wird dieses System fast nur noch in Waveboards verbaut, die zum einen nur kurze Finnen mit geringen seitlichen Kräften benötigen und zum anderen durch das geringe Volumen nur noch recht dünne Hecks haben, die möglicherweise eine Schraube komplett durch das Board gar nicht verkraften.
US Box Finnen anzeigen


Die trimmbox finne - powertrim finneTrimbox oder Powertrim Box ist ein Relikt aus den 90er Jahren und wird heute gar nicht mehr verbaut. Die alten Fanatic, F2 und Mistral Surfbrettern waren mit diesem Kasten ausgetattet, aber auch bei BIC fand man sie. Sie wird ähnlich wie die Powerbox Finne von unten eingesteckt und mit einer Schraube die durch das Board geht von oben verschraubt. Die Unterscheidung zur Powerbox ist aber trotzdem einfach: Die Trimmbox Finne hat gleich vier Gewinde im Schaft und der Finnenkasten von unten vier integrierte Klötzchen - so kann man die Finnen in vier Stufen nach vorne oder hinten platzieren. Dieser Trim-Möglichkeit verdanken sie auch ihren Namen. Charakteristisch ist auch die "Nase" am Finnenschaft, mit der man die Finne an einer Seite im Kasten unterhakt.
Trim Box / Powertrimm Box Finnen anzeigen


Die Slot Box Finne ist momentan insbesondere im Wave-Bereich auf dem Vormarsch: Die Gemeinschaftsentwicklung von Tabou (Fabien Vollenweider) und Starboard ist ein offenes, also lizenzfreies und von jedem Hersteller nutzbares Finnen-System, bei der die Finnen mit seitlichen Madenschrauben im Kasten fixiert werden. So entsteht ein einfach zu handhabendes System, das dazu noch deutlich leichter ist als beispielsweise ein US-Box System: Die nackte US-Box wiegt etwa 300g, die neue Slot Box lediglich 77g. Diese Vorteile könnten möglicherweise die Slotbox zu einem großen Erfolg werden lassen. Insbesondere im Twin-, Thruster- und Quad Setup von Waveboards finden sie sich schon häufiger.
Slotbox Finnen anzeigen


Ausgestorben sind wohl die MC Box (Multiconic Box), die zuletzt von Tiga noch verbaut wurde und der Tuttle Box zum verwechseln ähnlich sieht, und die TC Box.


Expertentipp zur Identifizierung der Box/Finne:
Um eine passende Finne zu finden, kann man entweder auf der Webseite des Board-Herstellers an die Information zum Finnensystem kommen, oder aber man vergleicht das Finnenbox-System der Originalfinne bzw. des Kastens mit den obigen Abbildungen und Beschreibungen. Damit haben wir schonmal das benötigte System und können uns der nächsten Frage widmen:

 

Finnen-Shapes, Formen und TypenWelchen Finnentyp bzw. welches Shape benötige ich?

Je nach Surfspot und Revier variieren die Anforderungen an die perfekte Finnen, mit der sich die maximale Surf-Performance erreichen lässt. So gibt es am Markt beispielsweise Wave Finnen, Freestyle Finnen, Freestyle-Wave-Finnen, Freemove-Finnen, Freeride-Finnen, Freerace- und Race-Finnen. Grob gesagt unterscheiden sie sich in Krümmung (Rake), Tiefgang und Fläche. Die Übergänge zwischen den Finnentypen sind allerdings fließend. Im Verlauf von Hardcore Wave und Pure Race wird der Rake stärker und der Tiefgang größer. Auch die Fläche nimmt zu.

An dieser Stelle wäre eine ausschweifende und auch teils kontroverse Fachdiskussion möglich, aber wir wollen dich nicht langweilen. Nur das Wichtigste in Kürze: Der gewählte Finnentyp sollte in etwa dem Boardtypen und den Spotbedingungen entsprechen.
 


Welche Rolle spielen Board-Breite und Volumen?

Eine große! Dies ist eins der Haupt-Auswahlkriterien für die Finnengröße. Je breiter das Surfboard, desto größer muss auch die Finne sein, um das Board nicht hüpfen zu lassen und im Wasser zu halten. Eine universelle Aussage kann man hierzu leider nicht treffen, sondern nur diese tabellarische Größenberatungin Abhängigkeit zu Segelgröße und Surfer-Gewicht bereitstellen, die dann aber auch immer noch ungenau sind. Hilfreich kann aber auch der interaktive Finnenberater sein, um sich der optimalen Finne anzunähern.

 

Was bedeutet die Segelgröße für die richtige Finne?

Auch diese musst du natürlich in die Auswahl einbeziehen: Je größer das Segel, desto länger muss auch die Finne sein, um sein Surfmaterial noch kontrollieren zu können. Auch hier kann man wiederum nur entweder diese Art von Tabellen verwenden oder unser Tool zur Finnenempfehlung konsultieren.

 

Wie nimmt das Gewicht des Surfers Einfluss auf die Finnenwahl?

Eine feste Regel gibt es hier nicht, aber es lassen sich Tendenzen beschreiben: Faustregel: Je schwerer der Surfer, desto länger die Finne.

 

Spezialfall Stehrevier und flaches Wasser

In manchen Revieren ist jedoch die Wassertiefe so gering, dass man mit regulären Finnen gar nicht surfen kann, ohne mit der Finne auf dem Grund aufzusetzen. In diesem Fall empfiehlt sich eine Seegras-Finne (Weed Finne), die ursprünglich zum Einsatz an Surfspots mit starkem Seegras-Bewuchs konzipiert wurde. Diese Seegrasfinne geht unter dem Board schräg nach hinten weg und kombiniert damit eine lange Anströmkante und eine große Oberfläche mit einem recht geringen Tiefgang. Daher wird diese Finnenbauart gerade an Flachwasser-Surfspots wie dem Ijsselmeer, dem Veluwemeer, dem Ringkobing Fjord in Dänemark, in von den Gezeiten betroffenen Gebieten der Nordsee oder auch auf Fehmarn immer beliebter. Eine Alternative für Spots mit seichtem Wasser sind die Freestyle-Finnen, die trotz geringem Tiefgang eine sehr große Fläche haben. Hier sind z.B. auch die Tekknosport Tide Finnen zu nennen:

 

Grundsätzliche Abhängigkeiten

Auch wenn viele Aussagen aufgrund der vielen Einflussfaktoren eher vage bleiben müssen, kann man doch einige Wirkungszusammenhänge festhalten:
  • Je breiter das Board, desto größer muss die Finne werden
  • Je schwerer der Surfer, desto größer muss die Finne werden
  • Je größer das Segel, desto größer muss die Finne sein
  • Je mehr Welle, desto mehr Rake braucht die Finne
  • Je größer die Finenfläche, desto besser ist die Haftung des Hecks auf dem Wasser
  • Je größer der Tiefgang der Finne, desto besser bleibt das Heck auf dem Wasser kleben (auch bei identischer Fläche)
  • Finnen mit asymmetrischen Profilen (Stichwort Lessacher) nehmen Querkräfte besser auf und können daher nochmal deuchtlich kleiner gefahren werden als symmetrische Finnen
  • Je weiter hinten der Finnendruckpunkt, desto höher der Druck dem die Finne standhält



Was passiert, wenn ich eine falsche Finnengröße wähle?

Zu großen Finnen bedeuten:
  • Schnelles Angleiten
  • Geringere Endgeschwindigkeiten
  • Unruhiges Surfen und Kontrollverlust im Grenzbereich
  • Zu großer Hebel - Der Bug "klebt" auf dem Wasser und das Board kentert auf
Zu kleine Finnen bedeuten:
  • Zu großer seitlicher Druck für die Finnenfläche führt zu Strömungsabriss und seitlichem Wegdriften => Spinout
  • Schlechteres Angleiten
  • Schwierigeres Höhelaufen
 

Pflege, Reparatur, Wartung - Unsere Empfehlungen

  • Finnen nach der Surf Session aus dem Board herausschrauben und ggf. mit Süßwasser abspülen, um Korrosion und Ablagerungen an den Metallteilen zu reduzieren. Am Ende der Saison vor der Einlagerung trocknen.
  • Finne in die mitgelieferte EVA Schutzhülle packen, um Kratzer zu vermeiden
  • Anströmkante ggf. mit feinem Schmirgelpapier (300er-600er Körnung) abschleifen, falls die Finne Kratzer hat - das beugt auch Spin-Outs vor. GFK und Carbon Finnen sollten anschließend mit einem Tropfen Epoxy-Harz wieder versiegelt werden, da offen liegende Fasern Wasser ziehen könnten.
  • Bei dickeren Macken und Kratzern vor dem Schmirgeln mit 2-Komponenten-Kleber die Finneausbessern, aushärten lassen und im Anschluss glattschmirgeln.

So, genug Infos? Dann kannst du nun unseren interaktiven Finnen-Berater verwenden, um die für deine Bedürfnisse perfekte Finne auszusuchen, oder du kannst dir direkt alle unsere Windsurffinnen ansehen! Und falls noch Fragen offen geblieben sind, beraten wir dich gerne zu einer passenden Finne. Schicke und dazu einfach eine eMail samt Angaben zum Finnenbox-System, Revier und Einsatzbereich, ungefähres Surfergewicht und gefahrene Segelgrößen!


 

Beispielhafte Kombinationen aus Windstärke und Spot-Bedingungen zur Orientierung

Lessacher Finnengröße Beratung

tekknosport Finnenlänge wählen
Tekknosport Freerace Finne auswählen
Tekknosport Seegras-Weed Finne auswählen
Optimale Tekknosport Windsurffinnen-Länge

Optimale T-Zone Windsurffinnen-Länge
 

Der interaktive Finnen-Selector




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